FINETTA-WERK   P.Sarabèr  Goslar

Das Finetta-Werk in Goslar im Harz wurde von Piet Sarabèr gegründet, einem 1899 in Delft geborenen Holländer. Er war Elektriker und studierte Maschinenbau, heiratete eine deutsche Frau. 1942 zog er nach Deutschland, wo er 1945 als Ingenieurberater mit dem Schwerpunkt Elektrizität eine Firma eröffnete. Dort wurden auch Kameras entwickelt. 1947 begann eine Kooperation mit Helmut Finke, einem ehemaligen Konstrukteur bei Voigtländer, Braunschweig. Bis 1948 hatten sie die Finette 35mm Sucherkameras entwickelt, die 1949 auf den Markt kamen. Einige dieser Kameras, wie die Finetta 88 tragen den Firmennamen 'Saraber | Goslar " auf dem Körper, aber innen sind diese mit 'Finetta Werke' markiert worden.

 

Finettes von 1949

1. Finette I A: 43 mm Meniskuslinse, Fixfokus, eine Blende, 1/30 sek.

2. Finette II A: wie I A, aber Blende 6,3 bis 16

3. Finette I B und II B: Finar 1: 5,6 / 43mm achromatische Linse, Körper verbessert

4. Umbenannt in Finetta I D und II D

 

Finettas, 1949 bis 1951

1949: Finetta III D: Tubuslinse Anastigmat Finetar 1: 4 / 43mm, großer Öffnungsbereich - f / 4-f / 22, Entfernung einstellbar

1950: Finetta IV D: wie III D, aber mit variabler Geschwindigkeit, einige hatten ein 15/8 Zoll Objektiv (beschriftet in Zoll, ~ 41mm)

1950: Finetta IV D: Version mit austauschbaren Objektiven für 27mm Objektivfassung, vier Objektive erhältlich

1951: Finetta Super: Erste Kamera mit Mittenkontakt im Blitzschuh

 

1951 Produktion im großen Maßstab. Rudolf Trentsch, ehemaliger Kamerahersteller bei Korelle, Dresden, Kameramann Karl-Heinz Reich von der REKA-Kamera, Jena, und Kamerahersteller H. Höhlemann traten 1951 in das Finetta-Werk ein.

Im Jahr 1952 erreichte die Entwicklung mit der Finetta 99 ihren Höhepunkt, mit Federwerk, schnellem Schlitzverschluss, Bajonettfassung, Blitzschuh mit Mittenkontakt und 3 neuen Objektiven (45mm, 70mm und 105mm).

In den USA wurde die Kamera als Ditto 99 verkauft.

Im Jahr 1953 erreichte die Kameraherstellung industrielle Dimensionen. Die Finetta Super wurde durch die Finetta 88 ersetzt, mit einem neuen Bajonett und dem Kamerakörper der Finetta 99. Drei Objektive waren verfügbar: Finetar 4/43, Finetar 2.8 / 45 und Finetar 6.3 / 70.

Im Jahr 1954 begann das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Jacques Bogopolsky alias Jacques Bolsey, die zu der aufregenden Subminiatur-8-mm-Filmkamera, der Bolsey 8, führte.1956 ging das Unternehmen in die Insolvenz. Die Fabrik wurde 1957 definitiv geschlossen.

 

Textnachweis aus "Camerapedia"

FINETTA 99 P.Sarabèr Goslar   ©  engel-art.ch
FINETTA 99 P.Sarabèr Goslar © engel-art.ch

FINETTA 99  Sarabèr Goslar              1952                          Gerätenummer: 079520

 

Die Finetta 99 war der Höhepunkt der Kameraentwicklung der Finettawerke. Federwerk, schneller Schlitzverschluss, Bajonettfassung und der Mittenkontakt für den Blitz. Dabei blieb die Kamera in einer sehr handlichen Grösse. Die Kamera wurde im Ausland äusserst erfolgreich verkauft. Der neu entwickelte Blitz  war im Design sensationell. Dieser hat als Blitzschuheinschub eine Rondelle erhalten was dazu führt, dass die ganze Blitzeinheit gedreht werden kann und so sogar ein indirektes Blitzen möglich machte.

 

 

Sammlung  engel-art.ch